Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.
Henry Ford (1863 – 1947)

LICHTblicke!

Hello World, wir sind wieder da! Es gab keinen Stillstand, ganz im Gegenteil:
Wir sind in den vergangenen Wochen durchgestartet und möchten Sie, verehrte Kunden und Partner, mitnehmen. Es gibt Lichtblicke und wir wollen die Krise als Chance nutzen.

PMM hat sein Qualitätsmanagement und die Logistik um jeweils einen Mitarbeiter verstärkt. Intern haben wir die Kommunikationswege gestrafft sowie unsere Vertriebsstruktur, Lieferströme und Lagerkapazitäten gebündelt und ausgebaut. Unser neues Motto lautet: Mehr Wissen, besser einkaufen. Das heißt, künftig schneller am Kunden zu sein, direkter zu reagieren und das Ohr noch dichter am Markt zu haben. Und genau deswegen werden unsere ausgesuchten und verlässlichen internationalen Produkt-News und Marktinformationen, die wir für alle Branchenteilnehmer dreisprachig anbieten, wichtiger denn je. Das gesamte PMM-Team wünscht viel Spaß beim Lesen unseres Marktberichts.

Pfirsiche: ZUGREIFEN

Etwas teurer, aber beste Qualität: Der Preis der Rohware Pfirsich aus Griechenland steigt in dieser Saison leicht auf knapp 30 Eurocent/kg (2019: 26 Eurocent/kg). Der Grund sind erhöhte Arbeitskosten wie auch in den anderen Ländern bei Tomaten und Peperoni. Es fehlt aber auch manch helfende Hand: Griechenland ist bislang gut durch die Pandemie gekommen, kontrolliert und testet jedoch strikt, wer ins Land einreisen darf. Herstellungskosten und Material (Zucker, Dosenblech) sind um 3 bis 5 % gestiegen. Nach viel Sonne haben zuletzt Regen und Sturm die Plantagen gestresst, so dass weniger Früchte an den Bäumen hängen. Dafür ist die Qualität top. Eine zeitnahe Order wäre ratsam, Marktkenner gehen aufgrund der geringeren Erntemenge doch von kurzfristig steigenden Preisen aus.

Tomaten:AUF QUALITÄT ACHTEN

Ein weiterer Lichtblick in turbulenten Zeiten: Die Tomatenernte in Norditalien kann Ende Juli starten, viele Sorten stehen kurz vor der Reife. Die Warenversorgung und Lieferfähigkeit durch unsere ausgewählten Partner sind damit gewährleistet.
Die neuen Pflanzen kamen zum Glück zur richtigen Zeit in den Boden und das gute Wetter begünstigte die Reifung. Mittlerweile hat sich für die Nordernte ein Rohwarenpreis von 88 Euro/t (leicht Über Vorjahr: 87 Euro/t) herauskristallisiert. Von dort beziehen wir runde Tomaten, die wir in der Dose als Stückchen, gewürfelt, passiert im Tetra-Pak oder konzentriert als Tomatenmark anbieten und die z. B. als Sauce/Belag für Großküche, Imbiss oder Catering sowie im Convenience-Bereich geeignet sind.
Das Gleiche gilt für unsere Produkte aus dem Süden. Von dort kommen unsere länglichen Schältomaten (Pelati), ohne die keine gute Pizza auskommt. Als Queen unter den Pelati gilt die geschätzte Marke San Marzano, die in der fruchtbaren Vulkanerde des Vesuvs zwischen Neapel und Salerno gedeiht. Selbstverständlich führt unser neuer Premium-Partner Mutti diese Sorte in seinem Programm. Besonders geschmacksintensive Schältomaten beziehen wir zudem aus Apulien, allerdings kletterte dort der Rohwarenpreis von 105 (2019) auf bis zu 140 Euro/t. Der Preis für runde Tomaten (die auch im Süden im geringeren Maße angebaut werden) stieg von 95 (2019) auf aktuell bis zu 130 Euro/t. Der Grund für die Erhöhungen liegt in den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen (neue Verträge/Mindestlöhne/bessere Unter-künfte) für die Landwirte, mit denen unter anderem die Schwarzarbeit bekämpft werden soll. Zusätzlich spekulierten die Anbieter auf ausverkaufte Märkte.
Die Qualität unserer Dosentomaten hat deshalb ihren Preis, PMMs Logistikprofis finden aber immer die jeweils günstigste Lösung. Denn die Böden in Apulien sind sehr fruchtbar, die klimatischen Bedingungen hervorragend und vor allem treffen wir dort auf seriöse Landwirte und verlässliche Preisabsprachen, worauf wir besonderen Wert legen. Die frischen Schältomaten aus Apulien werden dann über den Apennin auf schnellstem Weg zur Verarbeitung in die Fabriken/Häfen nach Neapel und Salerno gebracht. Von dort erfolgt der Weitertransport mit dem LKW oder via Container auf dem Wasserweg. Top-Ware wie Pelati kosten also etwas mehr, aber Vorsicht: Runde Tomaten sind nach italienischem Recht eben keine Schältomaten, ein genauer Blick auf das Etikett und in die Dose lohnt sich auf jeden Fall.

PFEFFERSCHOTEN:
Scharfer

            Optimismus

Optimismus löst die Negativstimmung der vergangenen Monate in der Türkei wieder ab, wie uns unsere Lieferpartner vor Ort versichern. Nach erster Unsicherheit wird jetzt auf den Feldern professionell mit allen Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen gearbeitet. Die Saison verkürzt sich allerdings, da die Ernte für Peperoni, Paprika und Tomaten aufgrund eines verregneten Junis zu spät gestartet ist. Das erhöht die Arbeitskosten leicht (+ 3 %), für Herstellung und Verarbeitung muss derzeit ebenfalls mehr bezahlt werden. Für Energie/Elektrizität + 12 %, für Essig: + 35 %. Die Materialkosten für Dosen blech bleiben gleich, Glas steigt um 4 %.

Mit etwas Sorge blicken wir jedoch auf die lasche Geldpolitik der türkischen Staatsbank, auf den Wertverlust der Türkischen Lira sowie die seit Mai wieder steigende Inflation auf Über 11,3 %. Wir haben das als Importeur früh erkannt und uns faire Preise und ausreichend Ware gesichert, da der andauernde Wertverlust die Anbieter in der Türkei dazu verleiten könnte, zum Ausgleich ihre Preise anzuheben.
Wie sieht es aktuell aus? Unsere beliebten Lombardi Peperoni (ganz und in Ringen in der Dose/im Glas) werden noch bis Ende August
geerntet. Wir sehen einen festen Markt bei leicht höheren Preisen, da in diesem Jahr weniger angepflanzt wurde und die Nachfrage nicht so hoch ist.

Ähnlich sieht es für Macedonia Peperoni (im Kanister) aus: Das diesjährige geringere Angebot dürfte für etwas festere Preise sorgen. Übrigens, auch hier gilt, genau hinschauen auf das ATG: Ein Preisvergleich lohnt immer: Wo beispielsweise ein Abtropfgewicht von 7 Kilo drauf steht, sind in PMMs prall gefüllten Peperoni-Kanistern auch 7 ATG drin! Scharf, schärfer: Unsere Jalapenos sind ein Leckerbissen für Feinschmecker. Die Anbauflächen sind in dieser Saison gewachsen, die Nachfrage auch. Trotzdem rechnen wir mit moderaten Preisen in einem stabilen Marktumfeld. Höhere Arbeitskosten sorgen für einen festeren Markt bei scharfen Peperoni, die wir bei PMM im Glas, ganz oder als Ringe, in drei Größen von 370 ml bis 2650 ml anbieten. Die Anbaufläche für Streifen-Paprika (rot und dreifarbig) ist gleich geblieben, trotzdem erwarten wir bis zu 15 % gesun-kene Erträge aufgrund der verspäteten Ernte. Da auch hier die Nachfrage ein wenig rückläufig ist, dürfte der Preis stabil bleiben.

Run AUF BOHNEN

Bohnen und Hülsenfrüchte sind gefragt wie nie, der Markt zieht kräftig an. Immer spürbarer wird der Run auf proteinreiche Zutaten als Fleischersatzprodukte: Z. B. für Humus Burger etc.. Preisführer sind Rote Kidney Bohnen mit einem Anstieg von bis zu 18 %. Nach Rohwarenpreisen zwischen 1350 und 1400 US-Dollar/mt in 2019 liegen die Preise derzeit bei knapp 1700 US-Dollar/mt. Der Grund: In der Krise steigt die Nach-frage rasant, und im Markt gibt es kaum Bestände. Zudem wächst in China der lokale Konsum, was stark auf die Exportmengen drückt. Während in den USA und Kanada die Preise nach oben angepasst wurden, meldet das Ursprungsland Argentinien um etwa 200 US-Dollar/mt günstigere Preise. Allerdings müssen wir auch feststellen, dass die dortige Qualität nicht so gut wie in Nordamerika und China ist. Auch bei Kichererbsen steigen Bedarf und Preise (jedoch

moderat mit knapp 4 %). Die Ernte in Andalusien beginnt im Juli, in Argentinien bekanntlich erst im November/Dezember. Die Bestände für Kichererbsen sind zwar nach wie vor hoch, aber trotzdem geringer im Vergleich zu den Vorjahren. Zudem wurde die Anbaufläche aufgrund der Ãœberproduktion gesenkt, um dem Preisverfall der letzten Jahre entgegenzuwirken. Eine ebenfalls hohe Nachfrage an Butterbohnen bei geringer Verfügbarkeit lässt die Preise gerade kräftig ansteigen (für Importe aus Polen z. B. um 50 %). Die hohe Nachfrage nach Weißen Bohnen (Navy Beans/Baked Beans) sowie Zölle in den USA führen auch zu Preissteigerungen (10 %), bei kleinen weißen Bohnen (Canellini) zogen die Preise bisher um 7 % an. Argentinien als größter Ursprung ist ausverkauft und die neue Ernte startet erst im August.

Mais ANTE PORTAS

Die Lage bei Gemüsemais hat sich erfreulicherweise entspannt. Der bisherige Hauptlieferant Thailand fällt derzeit aufgrund von Trockenheit aus. Beim Lieferland Ungarn konnten wir uns noch rechtzeitig ausreichend bevorraten, jetzt ist man dort bereits ausverkauft. Für die laufende Saison konnten wir jedoch auf Ware aus China zurückgreifen. Und die ist inzwischen qualitativ sehr hochwertig. Zwar ist die Sommerernte in der Provinz Guangdong, dem Hauptanbaugebiet, beendet, die Dosenmais-Fabriken wurden jedoch noch aus den Provinzen Guangxi und Jiangxi versorgt. Im März und April wurde krisenbedingt weniger ausgesät, daher fällt die Ernte insgesamt um rund 30% geringer aus. Trotzdem liegen die Preise auf einem fairen Niveau, da die Nachfrage noch verhalten ist. Wir empfehlen daher, die Vorräte bis zur Winterernte (ab November) jetzt zu sichern.

SUMMER OF hope

Auch das ist für uns ein Lichtblick und gehört zu der neuen Realität: Mehr Respekt und Abstand für- und zueinander, mehr Lässigkeit (kontaktlos zahlen) und ein gelebtes und gewachsenes Vertrauen unter Handelspartnern. Wir werden das jedenfalls – frei nach Henry Ford – ausbauen und wollen als Importeur unser Bestes geben. In diesem Sinne wünschen wir allen Partner einen gelungenen Neustart, beste Gesundheit und vielleicht doch noch manche kurze sommerliche Erholung zwischendurch.

Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung.